Die Nahinfrarotspektroskopie (NIR) ist ein etabliertes Verfahren zur schnellen und zerstörungsfreien Identifikation verschiedener Polymerarten.
Dabei wird das Material mit nahinfrarotem Licht bestrahlt. Charakteristische Molekülbindungen, insbesondere C–H-, O–H- und N–H-Gruppen, absorbieren bestimmte Wellenlängen der Strahlung und erzeugen ein materialspezifisches Absorptionsspektrum. Da jedes Polymer eine individuelle chemische Struktur besitzt, entsteht ein charakteristisches Spektrum, das als chemischer Fingerabdruck zur eindeutigen Materialidentifikation dient.
Diese schnelle und präzise Analyse ist eine wichtige Voraussetzung für eine effiziente Sortierung und ein hochwertiges Kunststoffrecycling. Eine bekannte Einschränkung der NIR-Spektroskopie betrifft schwarze Kunststoffe. Enthalten sie Ruß als Pigment, wird die Nahinfrarotstrahlung nahezu vollständig absorbiert. Dadurch entsteht kein auswertbares Reflexionssignal, sodass diese Materialien mit der NIR-Spektroskopie nur eingeschränkt oder gar nicht identifiziert werden können.
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